Mini sein
"Mini sein" - Was bedeutet das überhaupt?

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Ministrant, auch Messdiener genannt, ist die Bezeichnung für einen Altardiener vor allem in der römisch-katholischen Kirche. Der Begriff leitet sich von dem lateinischen Begriff ministrare ab und bedeutet übersetzt "dienen". Deutschlandweit gab es 2009 436.228 Ministranten.
Allgemeines
Die Voraussetzung zur Ausübung des Ministrantendienstes in unserer Pfarrgemeinde St. Georg Großenlüder ist, dass der Ministrant römisch-katholisch getauft ist und das Sakrament der Ersten Heiligen Kommunion empfangen hat.
Die Ministranten übernehmen in der Liturgie, d.h. während einer Heiligen Messe, besondere Aufgaben und fungieren somit quasi als „Assistenten“ des Priesters und des Diakons. Sie tragen dazu eine besondere Kleidung, das liturgische Gewand. Die Messdiener selbst sehen sich in der heiligen Messe nicht als „Butler“ des Priesters, sondern als Diener an einer höheren Sache, an Jesus Christus selbst, der in der Eucharistiefeier als Leib und Blut Christi in Erscheinung tritt.

Dienste
Messdiener übernehmen als Helfer des Priesters und in Stellvertretung der Gemeinde verschiedene Dienste im Gottesdienst. Bei feierlich gestalteten Gottesdiensten tragen sie als Thuriferar das Weihrauchfass und als Navikular das Schiffchen beim Einzug vor dem Kreuz. Sie nutzen den Weihrauch zur Ehrung der Monstranz, der eucharistischen Gaben des Altares, des Evangeliums oder des Priesters und der Gemeinde. Als Ceroferare tragen Ministranten Kerzen und Leuchter. In unserer Pfarrgemeinde übernehmen im sonntäglichen Gottesdienst die Evangelienleuchter diese Aufgabe. In Messen mit einer großen Zahl an Ministranten kommen noch die vier Träger der Flambeaus hinzu. Kruziferare wird der Träger des Kreuzes genannt. Als weitere Dienste gibt es noch die Altardiener und die Fahnenträger.
Die Aufgaben der Altardiener sind sehr unterschiedlich: Die zumeist älteren und größeren Altardiener übernehmen in unserer Gemeinde als Großdiener die Aufgabe, während der Eucharistiefeier zusammen mit dem Pfarrer den Altar zu bereiten. Das heißt die Großdiener bringen dem Zelebranten die Kelche, die noch nicht gewandelten Hostien sowie Wasser und Wein. Ebenfalls helfen die Großdiener dem Priester bei der Händewaschung, auch Lavabo genannt, und helfen nach der Kommunion, den Altar wieder abzuräumen.
Die sogenannten Kleindiener, in unserer Gemeinde übernehmen meist die jüngsten Messdiener diese Aufgabe, läuten vor den Wandlungsworten die Schellen. Dies ist das Zeichen dafür, dass innerhalb der Heiligen Messe der Höhepunkt bevorsteht - die Wandlung von gewöhnlichem Brot in den Leib Christi und die Wandlung von gewöhnlichem Wasser und Wein in das Blut Christi. Zur Elevation, d.h. in dem Augenblick, in dem der Priester zum einen die geweihte Hostie und zum anderen den Kelch mit dem zu dem Blut Christi gewandelten Wein und Wasser in die Höhe streckt, haben die Kleindiener die Aufgabe, den Gong zu schlagen. Der Gong ist eine Besonderheit in unserer Gemeinde Großenlüder. In vielen anderen Gemeinden der Region ist es üblich, auch zu diesem Zeitpunkt der Messe die Schellen, auch Klingeln genannt, zu nutzen.

Gewänder
Die Ministrantengewänder sind im Wesentlichen seit Jahrhunderten unverändert. In der Regel tragen die Messdiener als Untergewand einen der Farbe des Kirchenjahres angepassten Talar. So ist zum Beispiel in der Fasten- und in der Adventszeit die Farbe des Talares violett. An Hochfesten und in der Weihnachts- und Osterzeit wird die liturgische Farbe rot getragen und an allen anderen verbleibenden Tagen des Kirchenjahres ist die Farbe der Talare grün. Die Farbe schwarz wird lediglich an Beerdigungen, in der Karfreitagsliturgie und von den Weihrauchdienern, Kreuz- und Fahnenträgern bei Messen mit einer großen Zahl an Ministranten verwandt.
Über den Talar zieht der Messdiener ein weißes Obergewand, das sogenannte Rochett. Es soll an die weiße Farbe des Taufkleides erinnern. Der Erinnerung an das Opfer Christi am Kreuz dienen Holzkreuze, die in unserer Gemeinde von denjenigen Ministranten getragen werden dürfen, die bereits seit mindestens fünf Jahren ihren Dienst am Altar verrichten.

Geschichte
Die Anfänge des Ministrantendienstes
Ministranten sollen verdeutlichen, dass der Priester den Gottesdient nicht allein feiert. So schreibt bereits der Apostel Paulus im 1. Jahrhundert nach Christus in seinem ersten Brief an die Korinther: „Wenn ihr zusammenkommt, trägt jeder etwas bei: einer einen Psalm, ein anderer eine Lehre, der dritte eine Offenbarung; einer redet in Zungen, ein anderer deutet es. […]“ (1 Kor 14,26)
Texte aus dem zweiten und dritten Jahrhundert berichten von den sonntäglichen Versammlungen der Christen, in denen eine Aufgabenteilung praktiziert wurde: Während der Bischof die Liturgie leitete und die Gebete sprach, standen um ihn herum Priester, die zusammen mit Diakonen die Kommunion austeilten. Lektoren übernahmen die Aufgabe, der Gemeinde biblische Texte vorzulesen und Kantoren verrichteten ihren Dienst als Vorsänger von Liedern.
Die Aufgaben, aus denen später der Dienst der Ministranten hervorging, wurden in der frühen römischen Kirche von Akolythen, das heißt übersetzt Altardiener, übernommen. Diesen brachten die Gaben zum Altar und halfen dem Priester oder Bischof während der Eucharistiefeier.

Warum soll ich Ministrant werden?


Ministranten in der mittelalterlichen Liturgie
Ab dem 8. Jahrhundert war der Ministrantendienst aus der Heiligen Messe nicht mehr wegzudenken, denn in dieser Zeit wurde es üblich, dass ein Priester jeden Tag die Heilige Messe feierte. Da es im Mittelalter eine so große Zahl an Messen gab, hatte nicht jeder Priester seine eigene Gemeinde. Wollte er jedoch trotzdem die Heilige Messe feiern, so legten zwei Verordnungen aus den Jahren 813 und 829 fest, dass ein Priester nicht für sich alleine eine Messe feiern darf, sondern dass für die Feier wenigstens ein Ministrant anwesend sein musste, der die fehlende Gemeinde vertrat.

Ministranten als Vorstufe zum Priesterdienst
Ministranten waren jahrhundertelang eine Vorstufe auf dem Weg zum Priesteramt. Wer Ministrant werden wollte brauchte eine besondere Ausbildung. Seit Beginn des Mittelalters (circa ab dem 6./7. Jahrhundert nach Christus) wurden Jungen in sogenannte Chorschulen aufgenommen, in denen sie für ihren Dienst in der Messe vorbereitet wurden. Diese „Chorknaben“ wurden als zukünftige Priester angesehen. Im Laufe der Jahrhunderte gab es in der Kirche immer wieder einen Streit darüber, wer den Dienst des Ministranten verrichten dürfte – sollten nur die jungen Männer Ministranten werden, die später einmal zum Priester geweiht werden wollen, oder dürfen auch sogenannte Laien als Ministranten tätig sein?
Erst im Jahre 1947, also vor etwas mehr als 60 Jahren, wurde diese Frage von dem damaligen Papst Pius XII. endgültig geklärt. Er legte fest, dass prinzipiell jeder getaufte Katholik, unabhängig ob Junge oder Mädchen, den Ministrantendienst verrichten dürfe. Diese Bestimmung hatte zur Folge, dass nicht mehr jeder männliche Ministrant später auch automatisch Priester wurde. Aufgrund der mittelalterlichen Regel, dass nur junge Männer als Messdiener tätig sein durften, dauerte es allerdings noch einige Zeit, bis auch Mädchen in die Schar der Ministranten aufgenommen wurden.
Ab den 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts wurden in vielen Gemeinden auch Frauen und Mädchen für den Dienst zugelassen. Obwohl diese Entwicklung von Rom noch nicht offiziell gestattet war, bestrafte der damalige Papst keine Gemeinde, die fortan auch Mädchen als Ministranten einführte. Erst 1994 wurde auf Initiative von Papst Johannes Paul II., dem unmittelbaren Vorgänger unseres jetzigen Papstes, erklärt, dass von nun an auch Frauen und Mädchen zum Dienst am Altar zugelassen sind.
Heute gibt es in Deutschland nur noch ganz wenige Gemeinden, in denen ausschließlich Jungen als Messdiener tätig sind. So lag 2003/2004 der Anteil der weiblichen Ministranten deutschlandweit bei 50,44%.



